LIEBE / GEBEN

St. Marien – scheib(ch)enweise

Verwandelt wird das Licht durch das Glas der Fenster. Niemand kann sich der darin enthaltenen Botschaft entziehen: Himmel und Erde berühren sich. Unterstützt wird dies durch die Verwendung von rotem und blauem Glas sowie durch Glas in der Mischfarbe Violett. Alle nach Norden und Süden zeigenden Fenster im Kirchenschiff sind in diesen Farben gehalten. Das Rot steht dabei sowohl für die Liebe als auch für das Leid der Menschen. Das Blau symbolisiert das Göttliche, in dem beides aufgefangen wird. Die gelben Einsprenkelungen in den Fenstern des Kirchenschiffes stellen die Verbindung her zur besonderen Gestaltung der Fensterfront am Ostgiebel mit dem darunter stehenden Altar. Hier wird die Botschaft vom Licht sinnbildlich: in der Darstellung der „Heiligen Nacht“ ist es das Christuskind, das die dunkle Szenerie in Bethlehem erleuchtet. Darüber ist im Fenster der gekreuzigte Christus zu sehen. Jeden Morgen neu erstrahlt er im Licht der dahinter aufgehenden Sonne als Zeichen für seine Auferstehung.

Zur Geschichte der Fenster
April 1759 Explosion des Pulverlabors am Ende der Kuhstraße; die große Druckwelle zerstört die mittelalterlichen Glasfenster; die Fenster werden danach wahrscheinlich nur einfach verglast; eine farbliche Gestaltung ist nicht bekannt.
1885 Die Fensterpfosten werden neu gemauert; im Zuge dessen erfolgt auch eine neue Verglasung mit der bis heute vorfindlichen farblichen Gestaltung.
1990 Die Fenster am Ostgiebel werden saniert.
2015 Das Mauerwerk und die Halterung der Fensterelemente sind so stark beschädigt, dass die Fenster auf der Nord- und Südseite des Hauptschiffs sowie in der Annenkapelle und in der Westvorhalle undicht sind; Scheiben klappern und fallen bei Sturm heraus; zahlreiche herausgefallene Scheiben sind provisorisch ersetzt worden; die Fenster sind stark verschmutzt.